Eine Gruppe palästinensischer Christen und Christinnen aus mehreren Kirchen und kirchlichen Organisationen veröffentlicht einen leidenschaftlichen und vom Gebet erfüllten Aufruf zur Beendigung der Besetzung Palästinas durch Israel.
zum Aufruf (pdf)
Wir wurden mehrfach gefragt, warum Jadallah Shihadeh diesen Aufruf nicht unterschrieben habe. Dazu hat Jadallah dem Vorstand Folgendes geschrieben:
An diesem Papier haben Vertreter verschiedener Kirchen seit etwa zwei Jahren gearbeitet. Die Synode hatte mich seinerzeit gefragt, ob ich daran mitarbeiten könne. Angesichts der Vorbe-reitungen der beiden Friedenswochen, die mich voll in Anspruch genommen haben, musste ich auf eine Teilnahme an der Arbeitgruppe verzichten.
Unsere Synode hat daraufhin Bischof Mounib Younan und meinen Bethlehemer Kollegen Mitri Raheb in die Arbeitsgruppe entsandt. Beide haben dann auch das Ergebnis mit unterzeichnet. Drei Arbeitssitzungen der Gruppe haben in Abrahams Herberge stattgefunden. – Ich selbst finde das Papier, das hauptsächlich der Ex-Patriarch der Katholiken, Sabah, verfasst hat, sehr gut und stehe voll und ganz dahinter!
Ich nehme diese Gelegenheit wahr, um noch einmal meine Position unmissverständlich deutlich zu machen. Dazu nehme ich Passagen aus einem Brief auf, den ich am 14.12.2009 an Frau Kerstin Braun geschrieben habe. – Im Auftrag von „Israel heute“* hatte Frau Braun mir u.a. folgende Frage gestellt:
„The so-called „Replacement theology – a view emphasized by Bishop Mounib
Younan is clearly hostile to the People of Israel. It denies that they are the chosen
People und stands for statement that the church is the replacement for Israel.
This is clearly anti-Israel. How can you stand for a peaceful alliance between
Israelis and Palestinians when you belong to the circle of Bishop Mounib Younan ?”
Meine Antwort: „Ich glaube nicht, dass unser Bischof Dr. Younan die „Replacement- Theologie“ vertritt. Das ist ein Missverständnis. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die die sogenannte „Enterbungs-Theologie“ vertreten. Ich vertrete vielmehr die These „Der Segen des einen Volkes hängt vom Segen des anderen Volkes ab“. Diese These ist direkt gegen die Enterbungs-Theologie gerichtet. Diese Aussage passt weder bestimmten palästinensischen Gruppen noch den Gruppen, die an einer gewissen „Israelis Akutis Krankheit“ erkrankt sind und unbesehen alles gut nennen, was Israel tut.
Der einen Gruppe sage ich: Das Volk Gottes ist in seinem Staat empirisch erkennbar; der anderen Gruppe aber sage ich: Euer Segen hängt vom Segen Palästinas ab. Mit anderen Worten: Es kann Israel nicht wohlergehen, solange wir Palästinenser unterdrückt, entrechtet sind und wie in einem Gefängnis leben. Es kann aber uns Palästinensern nicht wohlergehen, wenn Israel gefährdet und verletzt wird. – Ja, wir sind für das Existenzrecht für Palästina, aber auch für Israel !
Wo ist da die antiisraelische Sicht, die wir angeblich haben? Und wieso meint man, uns vorwerfen zu können, wir redeten zwar vom Frieden, aber wollten eigentlich gar keinen Frieden? Bitte besuchen Sie uns und überzeugen Sie sich selbst davon: Abrahams Herberge ist ein Ort des friedlichen Miteinanders und sie wird so bleiben.“
* „Israel heute“ ist eine Jerusalemer Presseagentur, die Nachrichten über Israel bringt, die andere weglassen“
(so die Auskunft bei google)
Update: